Kein Almdorf in Tegernsee Unterschreibe jetzt

 

Thomas Mandl

Jägergraben 5

83684 Tegernsee

Tel.: 08022-3173

Mail: thomas.mandl@me.com

 

An den Bayerischen Landtag

Max-Planck-Straße 1

81627 München

 

 

Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin,

 

wir bitten den Bayerischen Landtag um Befassung mit der folgenden Petition, die auch unter dem Eindruck der verheerenden Überflutungen vorgebracht wird. Die Stadt Tegernsee war, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie andere bayerische Gemeinden und Städte, von Überflutungen betroffen. Wir wehren uns nicht zuletzt auch deshalb gegen die beabsichtigte Baumaßnahme, weil sie der Bodenversiegelung und der Bodenverdichtung weiter Vorschub leistet.

 

 

Petition an den Bayerischen Landtag: Herausnahme von knapp 5000 m² aus dem Landschaftsschutzgebiet „Tegernsee und Umgebung“

 

̈Über welche Entscheidung/welche Maßnahme/welchen Sachverhalt wollen Sie sich beschweren?

Herausnahme von knapp 5000 m² aus dem Landschaftsschutzgebiet „Tegernsee und Umgebung“ für den Bau eines „Almdorfes“:

 

Beschluss Stadtrat Tegernsee vom 1.8.2012

Beschluss Kreistag Miesbach vom 30.3.2013

 

Am Neureuth-Parklatz hoch über dem Tegernsee soll auf einer Fläche von 4.765 qm ein exklusives Hotel-Ensemble entstehen mit Bauernhof- und Almhüttencharakter. Das Ensemble besteht aus 2 langgezogenen Höfen (Hof West: öffentliches Restaurant, Cigar Lounge; Hof Ost 10 „Juniorsuiten)“, einem Empfangsgebäude inklusive „Dorfladen“ und 7 „Almhütten“ im „authentischen“ Stil und allem Komfort. Auf diesem Gelände befindet sich zur Zeit das Restaurant-Café „Bergschwalbe“, Gärten sowie eine als Pferdekoppel genutzte Wiese.

 

Das Planungsgebiet liegt innerhalb des Landschaftsschutzgebietes „Schutz des Tegernsees und Umgebung“. Die Stadt Tegernsee wies noch im Jahre 2005 bei der Erstellung des Flächennutzungsplanes das in diesem Gelände nicht bebaute Gebiet als Grünfläche aus, um eine weitere Bebauung zu verhindern. In der Sitzung 1.8.2012 änderte der Stadtrat seine Meinung und wandelte das Areal zum Sondergebiet mit Zweckbestimmung Fremdenverkehr um.


 

Was möchten Sie mit Ihrer Bitte/Beschwerde erreichen?

Aufhebung bzw. Nichtvollzug der Beschlüsse

 

Gegen wen, insbesondere welche Behörde/Institution, richtet sich Ihre Beschwerde?

Stadtrat Tegernsee

Kreistag Miesbach

Bitte geben Sie eine kurze Begründung für Ihre Bitte/Beschwerde an:

 

Fahrlässiger Umgang mit dem Landschaftsschutzgebiet

Für dieses Grundstück gilt die Alpenkonvention, nach der Landschaftsschutzgebiete generell zu erhalten sind. Auch der aktuell diskutierte Landesentwicklungsplan sieht vor, unnötigen Flächenverbrauch zu vermeiden und primär im Ort zu verdichten. In Tegernsee gibt es zur Zeit mindestens 3 Flächen, die für eine touristische Verwertung zur Verfügung stehen: das ehemalige Krankenhausgelände, das ehemalige Gartenheim und das Hotel Guggemos. Ein derart einschneidender Eingriff in die Landschaft wie die für das geplante „Almdorf“ bräuchten somit nicht vorgenommen werden.

Das „Almdorf“ soll – trotz sehr dichten Bebauung, 7 Almen mit je einer Grundfläche von ca. 70 m² und einer Wandhöhe von 5,50m - mit ca. 70 Betten betrieben werden. Für ein erfolgreiches Hotelprojekt sind nach allgemeiner Einschätzung eine doppelte Anzahl notwendig. Es erscheint sehr wahrscheinlich, dass das geplante Projekt langfristig nicht rentabel betrieben werden kann. Die geplanten „authentischen“, eher „zufällig angeordneten“ „Almhütten“ werden dann wohl in private Penthäuser umgewandelt werden. Es ist somit zu befürchten, dass wertvolles Landschaftsschutzgebiet für ein Spekulationsobjekt geopfert wird, bei dem die touristische Nutzung nur als „Zwischenwirt“ fungiert. Für diesen Sachverhalt gibt es Beispiele im Tegernseer Tal (Egerner Höfe) und auch im benachbarten Schlierachtal (etwa die Feriensiedlung in Hausham).

Mit der Umsetzung der Planung ist zu befürchten, dass das im Norden anschließende Grundstück – ebenfalls Landschaftsschutzgebiet – zur Baulücke im Außenbereich wird und der Flächenfraß weitergeht.


 

Verheerende Auswirkungen auf den Landschaftsschutz insgesamt

Mit der Durchführung der Planung wird ein Präzedenzfall geschaffen und der Landschaftsschutz in ganz Bayern aufgeweicht. Es ist zu befürchten, dass schützenswerte Landschaft immer mehr gegenüber kommerzieller Interessen den Kürzeren zieht, besonders in Gegenden, in denen Baugrund knapp ist. Dies gilt leider auch insgesamt für den Landkreis Miesbach im Umgang mit der benediktinischen Egartenlandschaft, die Stück um Stück Gewerbegebieten und anderen Bauvorhaben weichen muss.


 


Großflächige Versiegelung

Es handelt sich um eine großflächige Versiegelung mit dem größten erlaubten Koeffizienten 0,8. Unter dem Almdorf ist auf nahezu der gesamten Fläche eine Tiefgarage für 38 KFZ geplant. Bei Durchführung ist zu befürchten, dass der aktuelle Wasserhaushalt (Quellen, Grundwasser) in dieser Gegend nachhaltig gestört wird.

Mit der Versiegelung wird die flächige Grundwasserneubildung mit Filterung durch den Boden zerstört. Zudem gehen die Niederschläge inklusive der Schmutzfracht direkt in die Kanalisation und werden nicht mehr im Boden „gepuffert“- mit fatalen Konsequenzen, wie es sich bei katastrophalen Unwetterlagen wie in der jüngsten Zeit erwiesen hat.

Die Versiegelung beeinträchtigt auch die Bodenneubildung und alle Bodenfunktionen. Die aktuell als Pferdekoppel genutzte Grünfläche geht für eine landwirtschaftliche Nutzung verloren, ebenso als Lebensraum für Flora und Fauna. Der Umweltbericht weist auch explizit auf diese Problematik hin: „Hierdurch werden gleichzeitig Wirkungen auf auf Wasser, Pflanzen/Tiere und Klima (Klein- und Lokalklima) ausgelöst (Fassung 1.8., S. 8)


 

Die Verkehrssituation ist bei der Planung nicht berücksichtigt

Die Neureuthstraße als einziger Zubringer wird völlig überfordert, die schon jetzt schwierige Verkehrssituation wird verschärft. Die steil ansteigende Straße führt zur Traditionsgaststätte „Lieberhof“, zum Hotel Westerhof und auch zu einem Wanderparkplatz (Neureuth, Gindelalm). Schon jetzt ist sie an Wochenenden sehr stark frequentiert. Erschwerend kommt hinzu, dass auch das nahe dem „Almdorf“ gelegene Hotel Westerhof seine Kapazität von 100 auf 300 Betten verdreifachen will. Die Planung ist vom Stadtrat bereits genehmigt. Bei Durchführung beider Projekte ist von einer unverantwortlichen Überlastung der Neureuthstraße und einer untragbaren Steigerung der Verkehrsbelastung und der damit verbundenen Emissionen auszugehen. Denn nicht nur die Gäste werden mit PKW oder Bussen anreisen, die Hotels müssen per LKW mit Lebensmitteln, Wäsche und sonstigen Gütern versorgt werden. Hinzu kommen an Wochenenden noch am Straßenrand parkende Wanderer und nach Parkplätzen suchende Gäste. Ein Verkehrskollaps erscheint vorprogrammiert. Die in den Bauphasen notwendigen Befahrung von schweren Baugeräten werden zudem sowohl für Tier als auch für Mensch unerträglich werden. Abgesehen davon dürfte dieser Zustand auch zur Beeinträchtigung der Sicherheit in dem Gebiet führen, wenn Einsatz- und Rettungsfahrzeuge nicht mehr ungehindert und ohne Zeitverlust an ihren Einsatzort gelangen können.

Destabilisierung des Hanges

Das Almdorf entsteht auf einer Flyschzone. Die Gefahrenhinweiskarte zu Geogefahren weist die Hänge des benachbarten Kohlaufgrabens sowie den Hang im südlichen Anschluss des Planungsgebetes als Gefahrenbereich aus (Hinweis auf Gefährdung im Extremfall). Beim Bau der Tiefgarage entsteht mit Sicherheit eine riesige Baugrube, die das gesamten Gebiet destabilisieren könnte. Es ist zu befürchten, dass mit den umfangreichen Baumaßnahmen der Hang nach Süden abrutscht.


 

Eingriff in die Landschaft

Das Planungsgebiet hat hohe Bedeutung für das Landschaftsbild (Kategorie III). Bei Durchführung der Planung ist ein schwerwiegenden Eingriff in das Landschaftsbild zu erwarten. Der Blick vom Westufer auf die Stadt Tegernsee wird nachhaltig in seiner Schönheit beeinträchtigt. Das Umweltgutachten in der Fassung vom 30.7. stellt im Punkt 2.5. „Schutzgut Landschaftsbild“ vermutlich auch deshalb fest: Die Entwicklung eines Sondergebiets wird in Bezug auf die Veränderungen des Landschaftsbildes aufgrund der exponierten Lage sowie der Lage im Landschaftsschutzgebiet trotz der Vorbelastung als erheblich eingestuft. Dieser Satz wurde in der abschließenden Fassung vom 1.8. gestrichen und durch Fotos ersetzt, die besonders die „Vorbelastungen“ darstellen.

 

Petitum

 

Wir bitten um Unterstützung für unser Anliegen.

 

Tegernsee, den 13. Juni 2013

 

gez.

Thomas Mandl

Hans Hailer, Der Lieberhof

Angela Brogsitter-Finck, Schutzgemeinschaft Tegernsee

Manfred Burger,  Kreisgruppenvorsitzender Bund Naturschutz Kreisgruppe Miesbach

Gerhard Kinshofer, Landesbund für Vogelschutz - Kreisgruppe Miesbach

Unterschreibe Die Petition

Unterschreibe mit Facebook
ODER

Solltest Du schon über einen Account verfügen, dann logge Dich ein . Andernfalls fahre mit der Registrierung fort, unterschreibe und fülle die unteren Felder aus.
Email und Passwort werden Deine Account-Daten sein. Du kannst nach dem Einloggen weitere Petitionen unterschreiben.

Privatsphäre in den Suchmaschinen? Sie können einen Spitznamen:

Achtung: Um Deine Unterschrift bestätigen zu können muss Deine Email gültig sein, andernfalss wird sie gestrichen.

Ich bestätige die Registrierung und ich stimme zu Verwendung und Einschränkungen von Dienstleistungen

Ich bestätige, dass ich die Datenschutzerklärung gelesen habe

Ich stimme der Personal Data Processing zu

Liste Der Kommentare

Wer diese Petition unterzeichnet hat, hat auch folgende Aktionen gesehen:

Unterschreibe Die Petition

Unterschreibe mit Facebook
ODER

Solltest Du schon über einen Account verfügen, dann logge Dich ein

Kommentar

Ich bestätige die Registrierung und ich stimme zu Verwendung und Einschränkungen von Dienstleistungen

Ich bestätige, dass ich die Datenschutzerklärung gelesen habe

Ich stimme der Personal Data Processing zu

Ziel der Unterschriften
1 / 1000

Letzte Unterschriften

  • 24 Juni 20131. Thomas Mandl
    Ich unterschreibe diese Petition

Informationen

Thomas MandlVon:
Natur & UmweltIn:
Petitions - Empfänger:
Bayerischer Landtag

Offizielle Befürworter der Petition:
Thomas Mandl, Hans Hailer, Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal, BUND Kreisgruppe Miesbach, LBV Kreisgruppe Miesbach

Tags

almdorf, flächenfraß, tegernsee, tourismus

Teilen

Lade Freunde aus Deiner Rubrik ein

Kodes Zur Integrierung

direkter Link

Link für Html

Forum Link ohne Titel

Forum Link mit Titel

Widgets