Berlin loses its base: Atelierhaus von Hans Scharoun im Monbijoupark erhalten! Unterschreibe jetzt

Die derzeitige Ausstellung zeitgenössischer Kunst Based in Berlin macht es deutlich: das Anfang der 50er Jahre für die Kunsthochschule Berlin Weißensee errichtete und seitdem bis vor wenigen Jahren noch genutzte Ateliergebäude eignet sich bestens für die Präsentation zeitgenössischer bildender Kunst.

Und dennoch soll die Ausstellung Based in Berlin die letzte Nutzung des Gebäudes vor dem beschlossenen Abriss des Gebäudes sein. Anders als zunächst zu vermuten, soll das landeseigene Grundstück nicht für ein privates Bauprojekt veräußert werden, sondern zur Parkerweiterung dienen. Als Baustadträte in Berlin-Mitte haben sich Durothee Dubrau (für Bündnis 90/Die Grünen) und Thomas Flierl (für PDS bzw. Die Linke) stets gegen den Abriss des Gebäudes und die weitere Veredelung des Parks gewandt. Solange die Kunsthochschule Nutzerin war, konnte dies auch ausgeschlossen werden. Gegen die gartenornamentale Aufwertung des Parks setzten wir die anwohnerorientierte Instandsetzung des Kinderbades und eine nutzungsfreundliche Gestaltung des Parks bei gleichzeitigem Neubau der Uferbereiche durch. Der Monbijoupark hat gerade diese funktionelle und gestalterische Vermittlung zwischen dem Umfeld der Museumsinsel und der Spandauer Vorstadt, zwischen Tourismus und innerstädtischem Wohnen dauerhaft zu leisten.

Der Abriss des Atelierhauses der Kunsthochschule setzt dagegen genau jene Entwicklung fort, die allenorts bedauert wird: die Beseitigung unverwechselbar charakteristischer Orte und Bauten, von offenen Freiräume, auf denen der Mythos Berlin gründet – zugunsten vollendeter Eindimensionalität. Nicht ohne Grund haben die KuratorInnen von Based in Berlin das Ateliergebäude als einen der wenigen interessanten Orte erkannt, an denen sich ein temporäres Kunstforum realisieren lässt. Nicht ohne Grund hat die Galerie C/O Berlin, die ihre Räume im früheren Postfuhramt verlieren wird, da dieses zu einem gehobenen Hotel umgebaut werden soll, ihr Interesse an der Nutzung des Ateliergebäudes im Monbijoupark erklärt.
Ein Ort im Park, der als Gelenkpunkt zwischen Spandauer Vorstadt und Museumsinsel einen kulturellen Austausch der verschiedenen Ansprüche an Stadt unterstützt und wechselnde künstlerische Modelle für diesen Dialog anbietet, wäre für den öffentlichen Raum des Monbijouparks alle mal besser als die bloße Erweiterung des Parks als Promenierfläche. Zieht man schließlich noch das zwei Stadtblöcke umfassende gigantische Bauprojekt der Freiberger-Stiftung an der Monbijoustraße (ehemaliges Haupttelegrafenamt und Frauenklinik in der Ziegelstraße) in Betracht, kann der Abriss des Atelierhauses und die Parkerweiterung durch das Land Berlin auch als Umfeldbereinigung für ein privates Megaprojekt verstanden werden.

Die Orte, die für die Erneuerung Berlins in den frühen 90er Jahren standen und Berlin zu jenem unverwechselbaren Ort der neuen Freiheit machten, sie gehen uns verloren. Die kulturellen Pioniere bleiben auf der Strecke der Gentrifizierung. Der kurzen Zeit der Experimente folgt nun die lange Zeit der Banalität. Berlin ist dabei, sich seiner anziehenden Identität zu berauben. Nachdem bereits eine nachhaltige Entwicklung des Kunsthauses Tacheles gescheitert ist, sollte das Atelierhaus im Monbijoupark nicht leichtfertig aufgegeben werden. Anders als beim Tacheles ist hier das Land Berlin Eigentümer und kulturpolitisch herausgefordert, den Ort intelligent zu entwickeln.

Abriss ist keine Lösung. Die herabwürdigende Beschreibung des Gebäudes als eine unansehnliche Baracke ist völlig unzutreffend. Der Baukörper selbst ist robust und in einem guten Zustand. Die 36er Außen- und 24er Innenwände in schlichter Ziegelbauweise errichtet, lassen nicht nur eine lange Lebensdauer erwarten. Die Raumstruktur der ehemaligen Ateliers, die lichten Säle mit spektakulären Raumhöhen lassen vielfältigste Nutzungen zu. Rechtfertigt die Erweiterung einer Liegewiese tatsächlich die Beseitigung eines intakten Gebäudes im Monbijoupark, das eine nicht unbedeutende Stadtgeschichte verkörpert. Immerhin entwarf Hans Scharoun – erster, von den Alliierten unmittelbar nach Krieg noch gemeinsam eingesetzter Leiter der Magistratsabteilung für Bau- und Wohnungswesen, Architekt der Philharmonie, der Staatsbibliothek und des Kammermusiksaals im Kulturforum und späterer Präsident der Akademie der Künste von Berlin (West) – 1951 im Geiste der Nachkriegsmoderne das Atelierhaus im Monbijoupark.

Vor dem geplanten Abriss sollten die Entscheidungsträger sich Zeit nehmen und abwägen:
Was gewinnen wir? Was verlieren wir? Welche Chancen verbinden sich mit dem Erhalt und der weiteren Nutzung des Hauses für den Bezirk, für die Stadt?

Es könnte ein öffentlicher Ort für die Begegnung mit Kunst und Kultur, entstehen, den der Bezirk als Eigentümer vermietet und Einnahmen generiert. Der Erhalt spart dem Steuerzahler ca. 5 Millionen Euro für Abriss und Neugestaltung der Fläche. Das Haus könnte Heimat für von Verdrängung bedrohte Kulturinstitutionen werden. Aktuell gilt es, die Galerie C/O Berlin für den Bezirk und die Stadt zu erhalten. Es könnte aber auch Ort von Projektentwicklungen neuer Art werden. Berlin sollte daher Eigentümer bleiben und das Gebäude vermieten oder verpachten.

Wenn auch Based in Berlin an keiner Stelle an diese Vorgeschichte erinnert und unreflektiert den Abgesang auf den Ort liefert – es ist zweifellos ein Verdienst des Projektes, den Ort erneut in das öffentliche Bewusstsein gehoben zu haben.

Wir protestieren gegen den geplanten Abriss und fordern den Bezirk Mitte und den Senat von Berlin auf, das Atelierhaus im Monbijoupark zu erhalten und eine sinnvolle kulturelle Nutzung zu entwickeln.

Berlin, den 20. Juni 2011

Erstunterzeichner: Dorothee Dubrau, Thomas Flierl, Adrienne Goehler

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Dorothee DubrauVon:
Kultur & GesellschaftIn:

Offizielle Befürworter der Petition:
Dorothee Dubrau (Baustadträtin a.D.), Thomas Flierl (Abgeordnetenhaus Berlin), Adrienne Goehler (Kultursenatorin a.D.)

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