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Schulfrei für zuckerhaltige Getränke!

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Wir protestieren gegen den Verkauf zuckerhaltiger Getränke an Berliner Schulen.

Beschreibung des Anliegens: Kinder müssen möglichst früh einen gesunden Lebensstil erlernen, indem sie ihn leben. Auch die Schule sollte deshalb ein Lebensraum sein, der es allen Schülern ganz selbstverständlich und einfach macht, sich gesund zu verhalten. In besonderer Weise ist das auch wichtig für Kinder aus sozial schwächeren Familien, die keine Chance haben, sich in ihrem familiären Umfeld gesunderhaltende Gewohnheiten durch Nachahmung elterlicher Verhaltensweisen anzueignen. Denn im jungen Alter wird der Lebensstil dauerhaft geprägt und bestimmt dann maßgeblich mit, ob Kinder im Verlauf des Lebens anfällig werden für die Entstehung von Übergewicht und chronischen Stoffwechselkrankheiten. Der Bildungsauftrag der Schule beschränkt sich nicht auf kognitives Wissen und Unterrichtsinhalte. Denn auch das schulische Umfeld – sei es gesundheitsförderlich oder gesundheitsabträglich - „erzieht mit“.
In diesem Sinne ist Bildungspolitik auch präventivmedizinische Gesundheitspolitik.

Im Fall der zuckerhaltigen Getränke schafft sich das Angebot derzeit die Nachfrage. Schüler werden so zum Konsum dieser Getränke an den Schulkiosken verführt, geradezu aufgefordert. Durst stillen muss für Schüler und Lehrer an Berliner Schulen zuckerfrei und annähernd kostenneutral möglich sein! Berlin sollte hier Vorbildfunktion für andere Bundesländer haben und den Verkauf zuckerhaltiger Getränke an Schulen unterbinden.

Beweggründe: Zu viel, zu fett, zu süß

Übergewicht und Adipositas nehmen weltweit epidemisch zu; in Europa ist bereits die Hälfte der Menschen übergewichtig und eine Trendwende ist nicht in Sicht. In Deutschland ist die Hälfte der Frauen und zwei Drittel der Männer übergewichtig, jeder Fünfte ist adipös und jeder dritte Übergewichtige ist aus medizinischen Gründen behandlungsbedürftig. In den letzten 10-15 Jahren hat sich die Zahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher in Deutschland um die Hälfte erhöht und die Zahl der adipösen Kinder verdoppelt. Die Hälfte der adipösen Kinder leidet bereits unter Folgeerkrankungen des Übergewichts.

Wichtige Risikofaktoren für die Entstehung von Übergewicht sind mangelnde Bewegung und eine falsche Ernährung. Kinder in Deutschland konsumieren mehr als doppelt so viel ungünstige (zu süße, zu fette, zu salzige) Getränke/ Lebensmittel als gut für sie wäre.

Als besonders ungünstig erweist sich, dass Kinder und Jugendliche zu viel und mit zunehmendem Alter immer mehr zuckergesüßte Getränke wie Cola-Getränke und Limonaden, Fruchtsaftgetränke, -nektare und Eistee trinken. Diese Getränke erhöhen das Risiko für starkes Übergewicht und Diabetes, vermutlich weil sie nicht satt machen, obwohl sie viele Kalorien enthalten und weil das Zuviel oft nicht durch weniger Essen oder mehr Bewegung ausgeglichen wird.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) und die Autoren der EsKiMo-Studie (KiGGS, Robert-Koch-Institut) plädieren für eine Einschränkung des Konsums zuckergesüßter Erfrischungsgetränke. Die Ernährungskommissionen der pädiatrischen Fachgesellschaften in Deutschland (DGKJ), Österreich und der Schweiz empfehlen, in Kindertagesstätten und Schulen die Abgabe zuckergesüßter Getränke einzuschränken.
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pablita
Added By:
pablita
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On: 26 Mar 2012
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